Kleine 1x1 des Festungsbaus
 

Bastion

Aus dem Wall heraus ragendes, nach hinten offenes Werk. Meist mit fünfeckigem Grundriss so aufgebaut, das sich ihre Farcen durch die Flanken der der Nachbarwerke gedeckt werden.
  
Diamantgraben

Schmaler Graben der direkt vor den Scharten angelegt wurde. Er soll eine direkte Annäherung an die Scharte verhindern und zudem verhindern, dass durch Beschuss herabgefallene Teile die Scharte versperren. Das Fehlen eines solchen Grabens ermöglichte es z.b. im Zweiten Weltkrieg, dass sich deutsche Truppen den Geschützscharten der Festung Eben Emael nähern konnten um ihre Hohlladungen anzubringen.
 
Doppelte-Grabenstreiche

Im Graben errichtete Verteidigungsanlage, die den Graben zumeist aus einem Knick heraus unter flankierendes Feuer nehmen kann. Sie konnte als Einfache-Grabenstreiche in einen Grabenabschnitt hinen wirkend oder wie hier als Doppelte-Grabenstreiche zur Wirkung in zwei Grabenabschnitte errichtet werden. Gegenüber der Kaponiere wurde die Grabenstreiche in der Konterescarpe errichtet und war so besser gegen feindliches Feuer geschützt. Sie war zumeist durch einen Tunnel mit der Festung verbunden und verfügte oftmals über eine Notausgang.
  
Escarpe

Innere Mauer oder Böschung des Festungsgrabens, oftmals mit Galerie.
 
  
Escarpgalerie

Im Bild rechts ist die zerstörte Escarpe der Festung Rüsselsheim mit der dahinterliegenden Escarpgalerie zu erkennen.
 
  
Farce

Die dem Feind zugekehrte Seite einer Bastion. Durch geschickte Anordnung der Bastionen war es möglich von der benachbarten Bastion aus flankierend an der Farce vorbei zu schießen um so einen frontal angreifenden Feind abzuwehren.
  
Flanke

Die Flanke ist die Seite einer Bastion, welche die Kurtine flankiert und diese somit von der Seite unter Feuer nehmen konnte. Durch die geschickte Anordnung von Flanken und Farcen konnten die, in den Flanken aufgestellten Geschütze, feindliche Truppen vor der Farcen der benachbarten Bastion bekämpfen.  
  
Glacis

Erdanschüttung / Einebnung vor dem Graben, die so angelegt ist, dass sich kein toter Winkel zur Annäherung des Feindes ergibt.
  
Graben


Erdvertiefung vor der eigentlichen Festung. Dieser kann sowohl trocken, als auch nass ausgeführt sein. Die Wände des Grabens können gemauert sein oder nur aus Erdaufschüttungen bestehen. Häufig wurden Festungen mit trockenen Gräben gebaut, die im Bedarfsfalle durch Schleusenanlagen unter Wasser gesetzt werden konnten. Bei moderneren Festungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Gräben zudem von der Geometrie her so angelegt, dass sie als Panzerhindernisse dienen konnten (Panzergraben). Im Bild rechts ist ein kombinierter Graben zu sehen. Er besteht zum einen aus einer Backsteinmauer links im Bild und dem eigentlichen nassen Grabenund, dessen Wasserstand durch Schleusen weiter angestaut werden konnte.

 
Grabenstreiche

Im Graben errichtete Verteidigungsanlage, die den Graben zumeist aus einem Knick heraus unter flankierendes Feuer nehmen kann. Häufig auch als "Doppelte Grabenstreiche" zur Verteidigung beider Richtungen an einem Knickpunkt angelegt.
Anders als die Kaponiere wurde die Grabenstreiche in der Konterescarpe errichtet und war so besser gegen feindliches Feuer geschützt. Sie war zumeist durch einen Tunnel mit der Festung verbunden und verfügte zudem in der Regel über eine Notausgang.
  
Kanonenhof

Als Kanonenhof bezeichnt man die in die Flanke eingebauten Geschützstellungen, die an der Farce vorbei schießend eine feindliche Annäherung verhindern sollten.
  
Kaponiere

Auch Grabenkoffer genannt. Frei in den Graben hinein stehendes Werk das, zumeist nach beiden Seiten, den Graben unter Feuer nehmen konnte. Die
Kaponiere ragt aus den Escarpe heraus, so dass sie durch feindlichen Feuer stärker gefährdet ist als die später genutzte Grabenstreiche, die in der Konterescarpe eingebaut war.
  
Konterescarpe

Auch Contrescarpe oder Contreescarpe ist die äußere Mauer oder Böschung des Festungsgrabens.
  
Konterescarpgalerie

In der äußeren Mauer des Festungsgrabens angelegt Galerie zur Verteidigung des Grabens.
  
Krenelierte Mauer

Eine freistehende Mauer mit ursprünglich Zinnen und später Scharten zur Verteidigung mit Gewehren.
  
Kurtine

Abschnitt des Walls, der zwei Bastionen oder Türme verbindet. 
  
Panzerkuppel

Aus Stahl gefertigte Kuppel zur Beobachtung oder zum Waffeneinsatz. Im Gegensatz zu Panzertürmen ist sie nicht drehbar sondern besitzt eine entsprechende Anzahl Öffnungen. Insb. im Zusammenhang mit dem Westwall oder Atlantikwall auch als Panzerturm (z.B. 6-Scharten Turm) bezeichnet. Panzerkuppeln
dienten zudem der Aufnahme der Nahverteidigungswaffen bei den Bauten der Maginotlinie.
  
Panzermauer

Panzermauern wurden oftmals zur Abwehr von Landungsoperationen an der Küste errichtet. Sie sollten verhindern, dass angelandete Fahrzeuge den Strand verlassen können. So sollte sichergestellt werden, dass die Waffen der Verteidiger auf eine eng begrenzen und zuvor vermessenen Bereich wirken können. Meist wurden in die Panzermauern noch flankierend wirkende Geschütz eingebaut.
Panzermauern kamen aber auch dort zum EInsatz wo die BEwegung von gepanzerten Fahrzeaugen auf einen bestimmen Bereich gebündelt werden sollte. Aufgrund des hohen Materialverbrauchs kamen jedoch im Landesinneren häufiger Panzersperren zum Einsatz.
  
Panzersperre

Als Panzersperre dienten so genannten Geländehindernisse. Diese konnten aus Stahlträgern, einbetonierten Felsen oder reinen Betonhindernissen bestehen. Mit der Zunahme des Panzergewichtes und der Leistung wurden auch die Sperren immer massiver ausgeführt. Später verlegte man zwischen zwei Sperrlinien, wie im Bild rechts zu sehen, Anti Panzer Minen, da die Hindernisse alleine nur unzureichend gewesen wäre.
  
Panzerturm

Panzertürme wurden in zwei Arten gebaut. Als reine Panzertürme (Siehe Bild) oder als Verschwindetürme (siehe unten). Aufgrund der Bewaffnung kommen reine Panzertürme vorwiegend bei langen Geschützen und/oder großen Kalibern vor. 
  
Ravelin

Wallschild - Ursprünglich ein, einem Wallabschnitt mit Tor vorgebauter, oft dreieckiger Festungsteil. Später als eigenständiger Festungsteil vor torlosen Kurtinen erbaut. Hier im Bild rechts die ursprüngliche Form die einem Tor vorgelagert ist.
  
Reduit

Das Reduit ist ein Rückzugswerk im Innere der Festung bestehend aus einer starken Kasematte mit Scharten zur Nahverteidigung
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Verschwindelafette

Die Verschwindelafette diente dazu das Geschütz in Ruhestellung besser tarnen zu können. Das Geschütz befand sich im Ruhezustand und für den Ladevorgang unterhalb der Erdoberfläche und wurde nur zur Schussabgabe kurzzeitig nach oben geschwenkt.
(Das Geschütz rechts befindet sich in Feuerposition).
 
Verschwindeturm

Bei Verschwindetürmen handelt es sich im drehbare Panzertürme für Maschinengewehre oder Geschütze, die in Ruheposition eingefahren waren und nur zur Feuerabgabe gehoben wurden. Ihr Aufbau ermöglichte ein Schussfeld von 360°. Durch die Verwindefunktion ist die Rohrlänge jedoch begrenzt.