Kleine 1x1 des Festungsbaus
 

Bastion

Aus dem Wall heraus ragendes, nach hinten offenes Werk. Meist mit fünfeckigem Grundriss so aufgebaut, das ihre Farcen durch die Flanken der Nachbarwerke gedeckt wurden.
  
Brustwehr

Auf der Konterescarpe errichtete Mauer in Brusthöhe, hinter der die Gewehrschützen in Deckung gehen konnte. Im Bild ist die Brustwehr mit zwei Stufen ausgeführt, so dass die Schützen nach der Schussabgabe in Deckung treten konnten.
  
Casemate de Bourges

Bei der Casemate de Bourges handelt es sich um eine Traditorenbatterie, die mit zwei 75 mm Schneider Geschützen im Erdgeschoss und Munitions-Magazin sowie Unterkunft im Untergeschoss ausgestattet war. Die Traditorenbatterien wurden zur Deckung des Raum zwischen an die französischen Forts des Système Séré de Rivières angebaut.
  
Casemate Pamart

Bei der Casemate Pamart handelt es sich um einen gepanzerten Maschinengewehrstand, der im ersten Weltkrieg zur Verstärkung der französischen Festungen zum Einsatz kam. Die Casemate Pamart wurde in zwei Ausfertigunbgen mit einer oder zwei Scharten gebaut. Das Bild zeigt eine Version mit zwei Scharten aus denen jeweils ein Maschinengewehr Typ Hotchkiss M1900 oder M 1907 wirken konnte. Durch die Anordnung der beiden Scharten konnte eine Bereich von 165° abgedeckt werden, wobei jeweils nur eine Scharte in Betrieb war.
  
Diamantgraben

Schmaler Graben, der direkt vor den Scharten angelegt wurde. Er soll eine direkte Annäherung an die Scharte verhindern und zudem verhindern dass durch Beschuss herabgefallene Teile die Scharte versperren. Das Fehlen eines solchen Grabens ermöglichte es z.b. im Zweiten Weltkrieg, dass sich deutsche Truppen den Geschützscharten der Festung Eben Emael nähern konnten um ihre Hohlladungen anzubringen.
 
Doppelte-Grabenstreiche

Im Graben errichtete Verteidigungsanlage, die den Graben zumeist aus einem Knick heraus unter flankierendes Feuer nehmen kann. Sie konnte als Einfache-Grabenstreiche in einen Grabenabschnitt hinen wirkend oder wie hier als Doppelte-Grabenstreiche zur Wirkung in zwei Grabenabschnitte errichtet werden. Gegenüber der Kaponiere wurde die Grabenstreiche in der Konterescarpe errichtet und war so besser gegen feindliches Feuer geschützt. Sie war zumeist durch einen Tunnel mit der Festung verbunden und verfügte oftmals über eine Notausgang.
  
Escarpe

Innere Mauer oder Böschung des Festungsgrabens, oftmals mit Galerie.
 
  
Escarpgalerie

Im Bild rechts ist die zerstörte Escarpe der Festung Rüsselsheim mit der dahinterliegenden Escarpgalerie zu erkennen.
 
  
Farce

Die dem Feind zugekehrte Seite einer Bastion. Durch geschickte Anordnung der Bastionen war es möglich von der benachbarten Bastion aus flankierend an der Farce vorbei zu schießen um so einen frontal angreifenden Feind abzuwehren.
  
Flanke

Die Flanke ist die Seite einer Bastion, welche die Kurtine flankiert und diese somit von der Seite unter Feuer nehmen konnte. Durch die geschickte Anordnung von Flanken und Farcen konnten die, in den Flanken aufgestellten Geschütze, feindliche Truppen vor der Farcen der benachbarten Bastion bekämpfen.  
  
Geschützbrunnen

Schacht in dem die einziehbaren oder drehbaren Geschütztürme verankert waren. Er diente zudem als Verbindungsschacht zu den darunter liegenden Munitionskammern und Versorgungseinrichtungen.
  
Glacis

Erdanschüttung / Einebnung vor dem Graben, die so angelegt ist, dass sich kein toter Winkel zur Annäherung des Feindes ergibt.
  
Graben


Erdvertiefung vor der eigentlichen Festung. Dieser kann sowohl trocken, als auch nass ausgeführt sein. Die Wände des Grabens können gemauert sein oder nur aus Erdaufschüttungen bestehen. Häufig wurden Festungen mit trockenen Gräben gebaut, die im Bedarfsfalle durch Schleusenanlagen unter Wasser gesetzt werden konnten. Bei moderneren Festungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Gräben zudem von der Geometrie her so angelegt, dass sie als Panzerhindernisse dienen konnten (Panzergraben). Im Bild rechts ist ein kombinierter Graben zu sehen. Er besteht zum einen aus einer Backsteinmauer links im Bild und dem eigentlichen nassen Grabenund, dessen Wasserstand durch Schleusen weiter angestaut werden konnte.

 
Grabenstreiche

Im Graben errichtete Verteidigungsanlage, die den Graben zumeist aus einem Knick heraus unter flankierendes Feuer nehmen kann. Häufig auch als "Doppelte Grabenstreiche" zur Verteidigung beider Richtungen an einem Knickpunkt angelegt.
Anders als die Kaponiere wurde die Grabenstreiche in der Konterescarpe errichtet und war so besser gegen feindliches Feuer geschützt. Sie war zumeist durch einen Tunnel mit der Festung verbunden und verfügte zudem in der Regel über eine Notausgang.
 
Hohltraverse

Unterirdisch oder durch Beton geschützter Verbindungsgang zwischen Teilen der Festung.
    
Kanonenhof

Als Kanonenhof bezeichnt man die in die Flanke eingebauten Geschützstellungen, die an der Farce vorbei schießend eine feindliche Annäherung verhindern sollten.
    
Kasematte

Gewölbebauten aus Mauerwerk und später aus Bedon mit einer Erdüberdeckung. Sie dienten entweder als Lager oder Unterkunft für die Truppen. Oft wurden sie zu Kassemattenkorps als Kehlkasematten zusammengefasst, in dem man die sie aneinander reihte. Einzelne Kasematten finden sich zudem auf/in den Bastionen.
  
Kehle

Dem Feind abgewandte Seite seiner Festung. Die dortigen Bauwerke werden mit dem Zusatz Kehl... bezeichnet. Vor der Einführung von Lüftungseinrichtungen dienten die Fenster an der Kehlseite zu Belüftung der Kasematten.
  
Kaponiere

Auch Grabenkoffer genannt. Frei in den Graben hinein stehendes Werk das, zumeist nach beiden Seiten, den Graben unter Feuer nehmen konnte. Die
Kaponiere ragt aus den Escarpe heraus, so dass sie durch feindlichen Feuer stärker gefährdet ist als die später genutzte Grabenstreiche, die in der Konterescarpe eingebaut war.
  
Konterescarpe

Auch Contrescarpe oder Contreescarpe ist die äußere Mauer oder Böschung des Festungsgrabens.
  
Konterescarpgalerie

In der äußeren Mauer des Festungsgrabens angelegt Galerie zur Verteidigung des Grabens.
  
Krenelierte Mauer

Eine freistehende Mauer mit ursprünglich Zinnen und später Scharten zur Verteidigung mit Gewehren.
  
Kurtine

Abschnitt des Walls, der zwei Bastionen oder Türme verbindet. 
  
Minengalerie / Mienegang

Als Minengalerie bezeichnet man vorbereitete Gänge, die aus der Konterescarpe heraus unter das Glacis führen. Von diesen aus konnten so genannten Gegenminen gelegt werden um Minengänge der Belagerers zu untergraben und um diese anschließend durch Sprengung oder durch abbrennen der Stützbalken zum Einsturz zu bringen.
  
Panzerkuppel

Aus Stahl gefertigte Kuppel zur Beobachtung oder zum Waffeneinsatz. Im Gegensatz zu Panzertürmen ist sie nicht drehbar sondern besitzt eine entsprechende Anzahl Öffnungen. Insb. im Zusammenhang mit dem Westwall oder Atlantikwall auch als Panzerturm (z.B. 6-Scharten Turm) bezeichnet. Panzerkuppeln
dienten zudem der Aufnahme der Nahverteidigungswaffen bei den Bauten der Maginotlinie.
  
Panzermauer

Panzermauern wurden oftmals zur Abwehr von Landungsoperationen an der Küste errichtet. Sie sollten verhindern, dass angelandete Fahrzeuge den Strand verlassen können. So sollte sichergestellt werden, dass die Waffen der Verteidiger auf eine eng begrenzen und zuvor vermessenen Bereich wirken können. Meist wurden in die Panzermauern noch flankierend wirkende Geschütz eingebaut. Panzermauern kamen aber auch dort zum Einsatz wo die Bewegung von gepanzerten Fahrzeaugen auf einen bestimmen Bereich gebündelt werden sollte. Aufgrund des hohen Materialverbrauchs kamen jedoch im Landesinneren häufiger Panzersperren zum Einsatz.
  
Panzersperre

Als Panzersperre dienten so genannten Geländehindernisse. Diese konnten aus Stahlträgern, einbetonierten Felsen oder reinen Betonhindernissen bestehen. Mit der Zunahme des Panzergewichtes und der Leistung wurden auch die Sperren immer massiver ausgeführt. Später verlegte man zwischen zwei Sperrlinien, wie im Bild zu sehen, Anti Panzer Minen, da die Hindernisse alleine nur unzureichend gewesen wäre.
  
Panzerturm

Panzertürme wurden in zwei Arten gebaut. Als reine Panzertürme (Siehe Bild) oder als Verschwindetürme (siehe unten). Aufgrund der Bewaffnung kamen reine Panzertürme vorwiegend bei langen Geschützen und/oder großen Kalibern vor. 
  
Poterne

Durchgang durch den Wall zur Versorgung der eigenen Truppen in vorgelagerten Festungsteilen oder für
das verlassen der Festung zu Gegenangriffen.
  
Ravelin

Wallschild - Ursprünglich ein, einem Wallabschnitt mit Tor vorgebauter, oft dreieckiger Festungsteil. Später als eigenständiger Festungsteil vor torlosen Kurtinen erbaut. Hier im Bild rechts die ursprüngliche Form die einem Tor vorgelagert ist.
  
Reduit

Das Reduit ist ein Rückzugswerk im Innere der Festung bestehend aus einer starken Kasematte mit Scharten zur Nahverteidigung
.
  
Tourelle Bussière

Bei dem Panzerturm Bussière handelt es sich um einen Anfang der 1890er Jahre erichteten Prototypen eines versenkbaren Geschützturms mit zwei Rohren des Kalibers 155mm.
Der Turm war um 360° schwenkbar und wurde durch eine dampfbetrieben Hydraulikanlage gehoben und gesenkt. Bis zum Jahr 1916 gab der rund 100 Meter vom Eingang des Forts Souville bei Verdun entfernt gelegene Turm rund 600 Schuss ab. Danach erlitt er irreperabele Schäden und verfällt seitdem. 
  
Tourelle Galopin de 155 mm R modèle 1907

Bei dem 155 mm Panzerturm Galopin
handelt es sich um einen drehbaren und einziehbaren Panzerturm der Firma Schneider, der in der Lage war binnen 5 sekunden ausgefahren zu werden, zu feuern und wieder zu verschwinden. Der Turm konnte binnen 60 Sekunden um 360° gedreht werden und besaß einen Höhenrichtbereich von -2° bis +22°. Insgesamt wurden nur 12 dieser Panzertürme hergestellt, von denen heute noch 4 Stück vorhanden sind.
  
Tourelle Mougin de 155 mm modèle 1876

Bei dem 155 mm Panzerturm
Mougin Modell 1876 handelt es sich um einen drehbaren Panzerturm von dem 25 Stück gebaut wurden. Die Türme verfügten über zwei Geschützrohre des Kalibers 155 mm mit einem Höhenrichtbereich von -5° bis +20°. Diese waren in der Lage eine 40 Kg schwere Granate bis zu 7,5 km weit zu verschießen. Die Panzerkuppel selbst bestand aus vier jeweils 60 cm starken Segmenten aus Gusseisen und einer nur 20 cm dicken Deckenplatte. Im Zuge der Brisanzgranatkriese wurden die Türme mit dieser geringen Panzerung nahezu unbrauchbar. Aufgrund der hohen Kosten für eine Ersatzbeschaffung wurden fünf der Türme bis zum Beginn des ersten Weltkrieg weiter genutzt. Diese wurden jedoch bereits 1914 durch Granten zerstört. Weitere Türme, die nicht an den Kriegshandlungen beteiligt waren, sind erhalten geblieben. Heute existieren nur noch zwei vollständige Türme dieses Typs.

  
Traditor

Der Traditor (wenn es sich um mehrere Geschütze handelt auch als Traditorenbatterie) bezeichnet eine Geschützstellung die den Toten Winkel einer Festung, der durch die Hauptartiellerie nicht abgedeckt werden konnte, zu decken. Der Traditor verfügte dabei meist über ein mittleres Kaliber von 7 bis 9 cm und konnte damit weiter wirken als die Nahverteidigung der Grabenstreiche oder der Kaponiere. Dies erklärt auch den zweiten, durchaus gebrächlichen Namen Zwischenraumstreiche. Als bekannteste Vertreter der Traditorenbatterie gelten Casemate de Bourges.
 
Verschwindelafette

Die Verschwindelafette diente dazu das Geschütz in Ruhestellung besser tarnen zu können. Das Geschütz befand sich im Ruhezustand und für den Ladevorgang unterhalb der Erdoberfläche und wurde nur zur Schussabgabe kurzzeitig nach oben geschwenkt.
(Das Geschütz rechts befindet sich in Feuerposition).
 
Verschwindeturm

Bei Verschwindetürmen handelt es sich im drehbare Panzertürme für Maschinengewehre oder Geschütze, die in Ruheposition eingefahren waren und nur zur Feuerabgabe gehoben wurden. Ihr Aufbau ermöglichte ein Schussfeld von 360°. Durch die Verwindefunktion ist die Rohrlänge jedoch begrenzt.